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Die Zucht von Meerschweinchen

¨Dany's kleine Rasselbande¨
Wir haben aus persönlichen Gründen unsere Zucht im Oktober 2003 eingestellt. Hier könnt ihr euch einige Informationen rund um das Thema Zucht anlesen.
   
Genetik
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Zucht
[ Wichtige Fragen vorab ] [ Geschlechtsreife ] [ Werbung und Paarung ] [ Trächtigkeit ] [ Geburt ] [ Wissenwertes zu den Babies ] [ Geschlechtsbestimmung ] [ Aufzucht von mutterlosen Babies ]
   
Wichtige Fragen vorab:

Wohin mit den Jungen?
Ist genug Platz vorhanden?
Wissen Sie was zu tun ist, wenn Komplikationen auftreten?
Ist die werdende Mutter gesund, kräftig und im richtigen Alter?
Leihe ich mir einen Bock oder kaufe ich mir einen?
Wohin aber dann mit dem Bock, wenn die Meeridame schwanger ist?
Habe ich Platz genug für den Bock?

Das sind erstmal die wichtigsten Fragen, die es sich gilt gut zu überlegen.

Geschlechtsreife:

Böckchen werden im allgemeinen ab der 4. Lebenswoche schon geschlechtsreif und das bedeutet, dass man sie rechtzeitig von der Mutter / Geschwistern trennt. Eine gute Möglichkeit sie unterzubringen, ist beim Vater, wenn dieser das akzeptiert. Die Kleinen haben dann den Vorteil, dass sie noch klein sind und bei fast jedem Tier setzt dann das sogenannte ¨Kindchenschema¨ ein, d.h. sie werden lieb behandelt solange sie klein sind. Man kann dies auch als Babybonus bezeichnen und bei uns klappt das so ganz gut.

Weibchen werden zwischen der 4. und 5. Lebenswoche geschlechtsreif, aber man sollte stets darauf achten, dass sie nicht zu früh gedeckt werden. Wenn sie zu früh gedeckt werden, kann es im schlimmsten Fall zum Tod der Babies und der Mutter führen.

Werbung und Paarung:

Im Allgemeinen werden Weibchen ca. alle 14 Tage für 24 Stunden brünftig (= aufnahmefähig). Man sollte also den Bock ruhig länger zu ihr setzen, wenn man sich nicht genau sicher ist. Der Bock riecht sowas sofort und beginnt gurrend und brummend um sie zu werben. Wenn sie allerdings noch nicht in der Stimmung oder bereit ist, dann wehrt sie jeden Annäherungsversuch entschieden ab. Es kann dabei vorkommen, dass sie ihn mit Urin bespritzt.
Der eigentliche Deckakt dauert nur ein paar Sekunden und wird meist über mehrere Stunden wiederholt.
Wenn man den Akt mitbekommen hat, dann notiert man sich am Besten das Datum und rechnet darauf 70 Tage. Dieses Datum stellt dann den Geburtstermin dar und man kann dann 70 Tage gespannt warten :o)

Trächtigkeit:

 

Wenn man sich sicher ist, dass die Meeridame gedeckt ist, dann nimmt man am Besten den Bock raus. und setzt das Weibchen in eine Umgebung, wo sie die nächsten Tage / Wochen bleiben kann. Das heisst aber nicht, dass man sie ganz allein setzt, denn das bekommt keinem Meerschweinchen !< /br>
In den ersten 4 Wochen ist der werdenden Mutter ihre Schwangerschaft garnicht anzusehen. Nach und nach jedoch nimmt ihr Bauchumfang bis zum ca. 52. Tag rapide zu. Wenn man geübt ist, kann man die Babies schon ab der 3. Woche erfühlen, aber kaum eine schwangere Meeridame möchte am Bauch angefasst werden. Zum Schluss sieht sie dann aus, als hätte sie einen Fussball verschluckt und in den letzten 2-3 Wochen ist sie auch nicht mehr ganz so flott unterwegs, da der dicke Bauch ja doch etwas stört.

Man sollte dabei jedoch immer beachten, dass das Meeri nur schwanger und nicht krank ist. Es kann mit Artgenossen toben und laufen. Sie benötigt auch kein extra Futter, sondern man füttert sie ganz normal und behandelt sie auch so.
schwanger
Leider kann es hier zu Problemen führen, wenn die Meeridame zu dick oder zu jung war. Häufig tritt die sogenannte Trächtigkeitstoxikose auf, mehr dazu unter Krankheiten. Es kann aber auch dazu kommen, dass alle Babies tot geboren werden. Es besteht also immer ein Restrisiko, dass man einfach nicht ausschliessen kann, wenn eine Meeridame schwanger ist.
2-3 Tage vor der Geburt sieht man, dass der Bauch abgesunken ist und die Schambeinfuge sich langsam öffnet.

ACHTUNG:
Nach der Geburt ist das Weibchen gleich wieder aufnahmefähig und man sollte dann spätestens jetzt den Bock heraus nehmen. Das beste Alter hat eine Meeridame so mit 5-6 Monate und einem Gewicht von 600 - 700 Gramm für die ersten Babies. Bei von Natur aus dickeren Meeris, sollte man auf Junge verzichten, da bei ihnen die Gefahr einer Toxikose höher ist.

Geburt:

Die Geburt kündigt sich dadurch an, dass sich die Schambeinfuge öffnet. Dies ist schwer zu ertasten und wir hatten damit am Anfang auch Probleme.

Diesen Tipp haben wir damals bekommen:
Man muss vorsichtig die Wirbelsäule herunterfahren und kurz vor dem "Ende" (Steiss) kann man etwas schwanzähnliches fühlen. Links und rechts davon befinden sich die Beckenknochen und wenn dieses Ende dann leicht geöffnet ist, dann steht die Geburt führ die nächsten 2-3 Tage an.

Im Gegensatz zu Kaninchen bauen sich Meeris kein Nest, wo sie den Nachwuchs drin bekommen, sondern suchen sich lediglich eine ruhige Stelle im Käfig. Die Zitzen schwellen auch ein paar Tage vor der Geburt schon an. Wenn es dann endlich so weit ist, dann wird die Mutter unruhig, läuft umher, legt sich ab, steht wieder auf usw.
Man sollte jetzt wirklich alle Störungen vermeiden und wenn man das Glück hat dabei zu sein, sich sehr leise verhalten. Meistens bekommen sie ihre Babies während der Dämmerungsphase und der Vorgang dauert so ca. 1 Stunde.

Die Mama setzt sich hockend hin und nach und nach wird ein Junges geboren. Nachdem eines der Jungen geboren ist, beisst sie die Fruchthülle auf und fängt an es trocken zu lecken. So bekommt sie nach und nach alle ihre Jungen und danach frisst sie die Fruchthüllen und die Nachgeburt auf. Dies regt dann ihre Milchbildung an.

In der Regel bekommen sie 2 - 4 Babies mit einem Geburtsgewicht von 60 - 110 Gramm. Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass Babies unter 50 Gramm keine Überlebenschance haben :o(

Wissenwertes zu den Babies:

Das faszinierende an den Babies ist, dass sie voll entwickelt zur Welt kommen. Sie können sofort riechen, sehen, hören, laufen und daher nennt man sie auch Nestflüchter. Ihr Gebiss, d.h. die Milchzähne haben sie im Mitterleib schon gegen die ¨normalen¨ Zähne getauscht.
Bei Langhaar-Rassen sind die Babies erst noch mit kurzem Fell ausgestattet, dass dann aber nach und nach in die Länge wächst.

Auch wenn die Mutter nur 2 Zitzen hat, streiten sich die Jungen nicht darum und es werden immer alle seit, auch wenn es mehr als 2 sind.
Doch das beeindruckenste Phänomen ist, dass sie bereits wenige Stunden nach der Geburt schon versuchen Heu und zum Beispiel Gurke zu fressen.

3 kleine Schwestern: Aska, Rubinchen und Cremi

Über einen Zeitraum von ca. 4 Wochen werden die Jungen von der Mutter gesäugt und nach und nach erhöht sich der Anteil ihrer fester Nahrung, den sie zu sich nehmen. In dieser Zeit lernen sie soziale Beziehungen zu anderen Meerschweinchen aufzubauen und lernen auch von der Mutter, was fressbar ist und was sie lieber nicht essen sollten.
Erstaunlich ist auch, dass sie nach 2 Wochen bereits ihr Gewicht verdoppelt haben und nach 4 Wochen es ungefähr verdreifacht haben.

Geschlechtsbestimmung:

Schon bei den Babies kann man die Geschlechter, mit etwas Übung erkennen / unterscheiden.

Bei den jungen Böckchen sieht es aus wie ein "i", denn zwischen dem Penis und After ist ein deutlicher Abstand zu erkennen. Bei erwachsenen Böcken ist es noch einfacher, da man deutlich die Hoden erkennen kann.


Bei den Weibchen erkennt man bei genauer Betrachtung ein "Y".


Wenn man sich gar nicht sicher ist, kann man ja einen befreundeten Züchter oder den Tierarzt zur Sicherheit noch einmal fragen.

Aufzucht von mutterlosen Babies:

Es kann leider immer einmal passieren, dass die Babies die Geburt überleben jedoch die Mutter dann verstirbt. Dies ist immer tragisch, da ein Meerijunges ohne Milch fast keine Überlebenschance hat.
Wenn man eine andere Mutter mit Babies gerade im Stall hat, kann man versuchen ihr die kleinen mutterlosen Babies unter zu schieben.

Ansonsten gibt es 2 Varianten:

1. Katzenaufzuchtsmilch
Man nimmt Katzenaufzuchtsmilch, da Hundemilch sich als nicht geeignet herausgestellt hat, diese rührt man an und füttert sie kleinen alle 2 Stunden. Am Besten eignet sich dazu eine kleine Spritze 1ml, aber ohne Nadel !! Solch eine Spritze bekommt man in jeder Apotheke. Dann versucht man den Kleinen Milch davon zu geben und sie sagen schon Bescheid, wenn sie nicht mehr wollen bzw. sie trinken einfach nicht mehr.

2. Reanimyl
Dieses Mittel bekommt man nur beim Tierarzt und leider ist es nicht lange haltbar, aber man kann es in kleinen Portionen einfrieren. Zum Einfrosten kann man zum Beispiel einen Beutel für Eisbeutel nehmen :o) In diesem Mittel ist alles enthalten, was ein kleines Meeri zum Gross und Stark werden benötigt.

Aber auf jeden Fall muss man nach jeder Fütterung den Bauch der kleinen sanft Massieren, denn damit regt man die Verdauung an. Sonst tut dies die Mutter, indem sie den Bauch der kleinen liebevoll ableckt. Man sollte versuchen ihn so gut zu massieren, dass die Kleinen ihr "Geschäft" verrichten, denn dann funktioniert die Verdauung. Sie sollten auch warm gehalten werden und dafür eignet sich eine Rotlichtlampe sehr gut.
Nach ca. 1 Woche kann man auch vorsichtig versuchen Babybrei zu füttern.

Zu dem Gewicht ist noch zu sagen, dass sie in den ersten Tagen ein paar Gramm abnehmen, aber dann schnell zulegen. Nach ca. 1 Woche kann man auch einen Päppelbrei geben. Eine Anleitung dazu unter Krankheiten "Päppelbrei"

Nach meiner Erfahrung jedoch, haben Babies mit einem Gewicht unter 50 Gramm keine Überlebenschance :o( Bei aller Liebe schafft man es doch manchmal nicht die Kleinen zu retten, aber einen Versuch ist es auf alle Fälle wert !!!



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